Pranayama , die Kunst des Atmens - Unsere drei Lieblingsatemübungen für Starter!

Der Atem gehört zum Yoga und wird oft ein wenig vernachlässigt. Dabei ist die Lenkung des Atems, auf Sanskrit Pranayama genannt, eine wichtige Säule des Yoga. Und die Übungen müssen nicht kompliziert sein, unsere drei Lieblinge teilen wir heute mit dir und du kannst sie überall druchführen. Sie tun gut und sorgen für eine angenehme Ausgeglichenheit, aber schau selbst.

1. Der Viereck-Atem

Keine Ahnung, ob diese Atemtechnik wirklich so heißt, aber mir hilft das Bild eines Vierecks sehr, wenn ich sie übe. Mit dieser Technik atmest du gleichmäßig ein und aus und hältst den Atem. Wichtig ist, dass alle Teile gleichlang geübt werden. Vor deinem inneren Auge visualisierst du für diese Technik ein Viereck. Unten links im Viereck liegt eine kleine Kugel.
Einatmung -Zähle anfangs bis vier und atme tief ein. Lass dabei die Kugel vor deinem inneren Auge von unten link nach oben links wandern.
Halten - Nun zähle bis vier und halte deinen Atem an. Spür die Atemfülle in deinen Lungen und lass die Kugel rüber nach rechts wandern.
Ausatmung - Du zählst weiter bis vier und atmest ganz langsam und kontrolliert durch die Nase wieder aus. Die Kugel wandert rechts nach unten.
Halten - Die Atemleere hältst du auch vier Zähler lang. Deine Kugel wandert nach links unten.
Führe diese Atemtechnik für ein paar Minuten durch. Sie beruhigt mich immer sehr, sorgt für einen ausgeglichenen Geist und hilft dir, dich zu konzentrieren.

2. Die volle, yogische Atmung

Ein echter Energieboost ist die volle, yogische Atmung. Sie heißt bewusst „voll“ da du langsam und kontrolliert einatmest und so nach und nach einen Großteil deiner Lungenkapazität füllst. Im normalen Alltag nutzen wir oft nur 40% unserer Lungenkapazitäten. Atmen wir bewusst tiefer, werden unsere Zellen besser versorgt und wir tanken im wahrsten Sinne des Wortes auf.
Und so geht es: Sitze ganz aufrecht und atme langsam und tief ein. Füll erst den unteren Bauch mit Luft, dann lass den Atem bis hoch zu deinen Rippen steigen, bis dein ganzer Oberkörper, bis hoch zum Schlüsselbein, mit Luft gefüllt ist. Nun atme auf dem gleichen Weg wieder aus, erst lass die Luft unter dem Schlüsselbein los, dann aus dem Rippenbogen und zuletzt aus deinem Bauch.
Übe diese Atemtechnik für ein paar Minuten und fühl, wie erfrischt du danach bist!

3. Feueratmung

Der Extra-Energieboost kommt mit der Feueratmung. Achtung! Üb sie nicht, wenn du schwanger bist oder unter Bluthochdruck leidest. Die Feueratmung ist intensiv und quasi der Espresso der Yogawelt, neben dem Kopfstand.
Für diese Technik nutzt du die Muskulatur deines Bauches. Die Atemzüge sind kurz und intensiv, du atmest durch die Nase. Bei der Einatmung füllst du deine Lungen mit Luft, bei der Ausatmung ziehst du mit sanfter Kraft einen Bauchnabel nach innen und stößt die Luft kräftig aus.
Es gibt zwei Varianten: Die meisten Yogis atmen entspannt ein und kräftig aus. Viele mögen aber auch die Variante der Blasebalg-Atmung. Hierzu ziehst du die Luft richtig kräftig ein, umsie dann wieder kräftig (Bauch anspannen) auszupusten.
Übe die Feueratmung anfangs für maximal drei Minuten und hör auf, falls dir schwindelig werden sollte. Wenn du fertig bist, atme tief ein und aus und fühl, wie wach sich dein Kopf anfühlt.

Atmung geht immer

Das Schöne ist ja, dass wir immer und überall atmen. Automatisch versorgt sich unser Körper mit Sauerstoff. Somit kannst du auch überall ein paar einfache Atemübungen machen. Beginn Pranayama in deinen Tagesablauf zu integrieren und lass dich überraschen, wie gut das tut und was es verändern wird!
Ganz viel Spaß!